Die kurze Variante: Andy ist Anfang 30, studierter Betriebswirt, reist gerne und genießt das Leben, frei nach dem spanischen Motto „Todo en exceso es malo, menos viajar.“, im Überfluss ist alles schlecht, außer Reisen.
Die lange Variante: Andy Hoffmann kommt aus Deutschland, näher noch aus der ehemaligen DDR, von der er allerdings aufgrund seines Alters nicht viel erlebt hat. Er ist einer dieser Kinder der 90er, die noch Ihre Freizeit draußen verbrachten, auf dem Bolzplatz, am See oder im Winter auch mal mit Schlittschuhen auf dem Teich beim Eishockey spielen. Zu dieser Zeit kamen allerdings auch die ersten Handys, Computer und die ersten Computerspiele auf. Das Internet machte noch Geräusche beim Öffnen und Filme wurden noch auf dem Schulhof-Schwarzmarkt per CD verteilt und in einer diesen runden Ständern mit dem Stab in der Mitte und dem durchsichtigen Plastikdeckel aufbewahrt.
Der weitere Weg führte Andy dann über das Abitur ins Studium. Ein mustergültiger Weg, ohne Umwege. Zum Ende seines Studiums dann die üblichen Fragen. Was kommt danach? Will ich wirklich diesen Weg für den Rest meines Lebens weiter gehen?
Andy Hoffmann erinnert sich dann an die Geschichten seiner Eltern. Geschichten über die Einschränkung der Reisefreiheit, die neue Aufbruchsstimmung nach der Wende. Andy Hoffmann entschied sich zu einem Auslandssemester an einer Partneruni in Chile. Hier kam ihm erstmals dieses Gefühl von Unbeschwertheit, von Sorglosigkeit und diese Neugier nach der Großen weiten Welt. Er war begeistert von der Kultur, diesem neu entdeckten Lebensgefühl, dieser Vielfalt, die verschiedenen Perspektiven, die die Welt so mitbringen kann.
Andy Hoffmann berichtet: „Es hat sich für mich eine Welt geöffnet, von der ich nicht gedacht hätte, dass es sie gäbe.“
Die Faszination hat Ihn gepackt und so begann der neue Lebensabschnitt. Nach seinem Studium fing er also an die Welt zu bereisen. Chile, Argentinien Costa Rica, aber auch England, Schottland und Kroatien bereiste er. Immer auf der Suche nach Menschen und Ihren Geschichten bis ans Ende der Welt.
Zurzeit lebt er auf Mallorca. „Dieses ruhige und entspannte Lebensweise haben mich beeindruckt. Dazu noch die Abgelegenheit, welche sich durch die Insellage ergibt, bringt einem eine innere Ruhe, jedoch ohne komplett den Kontakt zur modernen europäischen Welt zu verlieren. Im Landesinneren ist es noch wie vor 60-70 Jahren. Einige Fincas erreicht man nicht einmal mit dem Auto, sondern nur mit dem Eselkarren oder zu Fuß. Palma hingegen ist ein kultureller Hotspot wie Berlin jedoch mit einem urigen und mediterranen Charme“, erklärt Andy Hoffmann seinen derzeitigen Lebensmittelpunkt. Wie lange es ihn hier jedoch hält, weiß er selber nicht.
Was er allerdings weiß ist, dass er seine Erlebnisse teilen will und noch lange nicht am Ende ist neues zu Entdecken.